 | Stefan
Moser: Das Wichtigste in meinem Leben ist die Musik |
 | Für
den Organisten Stefan Moser ist die Musik das, was für andere Menschen die Luft
zum Atmen ist. Bereits als Kind spielte er mehrere Instrumente, mit 13 Jahren
entdeckte er die Orgel und verliebte sich in das mächtige Instrument.
Er
absolvierte eine Lehre als Orgelbauer, studierte anschließend Musik mit dem Hauptfach
Orgel und machte in Frankreich eine dreijährige Meisterklasse für Orgel und Cembalo.
Bereits während dieser Ausbildung hatte er eine Stelle als Kirchenmusiker
in München.
"Das Problem mit der Orgel ist, dass die meisten Menschen sie
nur im kirchlichen Rahmen sehen. Dort dient sie zur musikalischen Untermalung
der ehrfurchtgebietenden Ausstrahlung der Kirche. Menschen verbinden sie meist
mit Hochzeiten oder Beerdigungen. Als Instrument, das für sich steht,
und auf dem man auch kirchenfremde Musik spielen kann, wird sie - zumindest in
Deutschland - weniger wahrgenommen." |  |
 | Doch
die Orgel ist mehr als Bachs Toccata, Weihrauch und harte Kirchenbänke. Und genau
das interessiert Stefan Moser. 1991 gab er im Gasteig ein Orgelkonzert, wo er
unter anderem die "Rhapsody in Blue" von George Gershwin spielte.
"Natürlich
gab es auch Zuhörer, die es als eine Zumutung empfanden, die Orgel für säkulare
Musik zu gebrauchen, obwohl die Orgel in ihrer über 2000-jährigen Geschichte erst
seit 500 Jahren in Kirchen zu finden ist. Aber die Mehrheit der Zuhörer war begeistert
und das Konzert war ein großer Erfolg. Ich kann nur sagen, für mich zählt die
Unterscheidung in kirchliche und säkulare Musik nicht. Meiner Ansicht nach gibt
es entweder gute oder schlechte Musik. Und die Gute muss gespielt werden. Egal
auf welchem Instrument. So einfach ist das."
Als Konsequenz seiner Anschauung
gründete Moser 1991 den "Orgelpunkt", eine Konzertreihe, bei der er in 76 Konzerten
in der Münchner Philharmonie im Gasteig und bisher 23 Konzerten in St. Lukas,
die faszinierenden Klangfacetten der Orgel gezeigt hat.
Christian Stock
lernte Stefan Moser bei einem Konzert in der St. Anna Kirche kennen. Daraus entwickelte
sich eine Freundschaft, die zu Stocks finanzieller Unterstützung des Konzertspieltisches
in der St. Lukas Kirche führte. Von Stocks eigenem Orgelprojekt zeigt Moser sich
mehr als begeistert: "Ich finde es einfach super, dass ein Privatmann sich eine
Pfeifenorgel zulegt und sie somit als säkulares Musikinstrument weiter populär
macht. In der Orgel, die Christian Stock hier stehen hat, steckt nicht nur eine
Menge Geld, sondern auch jede Menge Innovation. Schon allein die ungewöhnliche
Art, in der das Instrument an die Räumlichkeiten angepasst wurde, ist erstaunlich.
Weiterhin ist die Technik die drin steckt, ziemlich ausgefeilt. Ich kann nur sagen,
es macht riesigen Spaß, auf der Orgel zu spielen, vor allem der Klang dieses Instruments
geht einem in diesem Raum wirklich unter die Haut.
Nur einmal so zum Vergleich:
Eine Orgel dieser Größe steht normalerweise in der Hauptkirche einer Kleinstadt.
Da steckt jede Menge Power drin. Ich freue mich schon auf die Konzerte, die hier
anstehen. Denn als Spieler merkt man sofort, ob eine Orgel gut ist, wenn sie einen
inspiriert. Und diese Orgel mit ihren unglaublich unterschiedlichen Klängen inspiriert
zu ganz neuen musikalischen Möglichkeiten." |